Traditionell startet die evangelische Kirchengemeinde mit dem Kirchenchorkonzert in das neue Kirchenjahr, das am ersten Advent beginnt. Zahlreiche Besucher waren auch dieses Jahr nach Meißenheim gekommen, um dem Gesang zu lauschen.

Meißenheim. Wie in jedem Jahr war auch dieses Mal die Kirche bis zum letzten Platz gefüllt, so kamen die Besucher aus Meißenheim, aber auch aus den umliegenden Gemeinden. Pfarrer Heinz Adler freute sich, die zahlreichen Gäste zum Konzert begrüßen zu können. "Wir feiern den ersten Advent in Erinnerung an das erste Kommen Jesu – darauf stellen wir uns ein und bewegen uns hin in den kommenden Wochen", so der Pfarrer.

In etwas anderer Besetzung als geplant musste in diesem Jahr das Konzert über die Bühne gehen, wie Chorleiterin Susanne Moßmann berichtete. Aufgrund einiger Erkältungen wurden in den Reihen des Chores nicht nur bekannte Sänger vermisst, sondern auch Sopranistin Marion Matter. Diese musste einige Tage vor dem Konzert absagen. Kurzfristig war es dem Chor gelungen, für Ersatz zu sorgen. Die Sopranstimme übernahm Dorothea Rieger aus Freiburg. "Außer optisch werden Sie es nicht groß bemerkten, dass jemand anderes da ist", versprach Moßmann dem Publikum.

Eröffnet wurde das Konzert mit dem Lied "Wie soll ich dich empfangen", bei dem zunächst der Chor mit Orgelbegleitung sang, ehe die Gemeinde mit einstimmte. Im Rahmen des Konzerts ertönte neben der Orgel auch das Orgelpositiv durch Frank Spengler. Weiterhin unterstützte ein Streichensemble den Gesang des Chors. Gemeinsam wurde auch "Macht hoch die Tür" angestimmt. Nach einem Gebet sang der Chor "Nun komm, der Heiden Heiland", dazwischen wurden Passagen von Rieger im Sopran und Jochen Meier im Bass gesungen.

Orgelpositiv kommt wieder zum Einsatz

Nicht nur der Chor, sondern auch die Solisten begeisterten das Publikum. Zwischen den musikalischen Darbietungen las Pfarrer Adler eine Meditation vor. Im Zentrum der Meditation stand das Zitat von Johannes Scheffler, besser bekannt als Angelus Silesius: "Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle Ewigkeit verloren." Darin thematisierte er unter anderem, dass der Mensch dem Kommen Gottes mit der Öffnung seines Herzens begegnet.

Nach dem Gemeindelied "Macht hoch die Tür", spielten Spengler am Orgelpositiv und das Streichensemble Georg Friedrich Händels Orgelkonzert F-Dur, op. 4, Nr. 5, Introduktion in Allegro und Alla Siciliana in Presto. Den Abschluss des Konzerts bildete der Kirchenchor mit dem Schlusschoral der Kantate 61 von Johann Sebastian Bach. Mit einem tosenden Applaus quittierten die Besucher die Darbietungen der Musiker, die als Zugabe nochmals den Schlusschoral zum Besten gaben.