Immer mehr Menschen in Deutschland schließen ihre Wertgegenstände in Banksafes ein. Unsere Zeitung hat sich bei den Geldinstituten in Lahr umgehört, ob die Fächer auch bei ihnen zurzeit besonders begehrt sind.

Lahr. Die Nachricht, dass es eine erhöhte Nachfrage nach Bankschließfächern gebe, hat der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) kürzlich verbreitet. Gründe für den Trend seien die Furcht vor Dieben und Wohnungsbränden sowie die Zinsflaute. Wegen des gestiegenen Interesses seien auch die Preise für die Fächer erheblich gestiegen.

"In unserer Filiale in Lahr haben wir 1771 Schließfächer, davon stehen noch rund die Hälfte zur Verfügung", sagt ein Sprecher der Sparkasse. "Die Nachfrage ist in den vergangen Jahren als stabil anzusehen", fügt er hinzu. Die Aussagen des DSGV könne er nicht bestätigen. Auch eine Preiserhöhung habe es in diesem Jahr nicht gegeben, so der Sparkassensprecher. Die Preis-Skala bewege sich zwischen 50 und 150 Euro – abhängig von Größe des Fachs.

Die BBBank in Lahr findet sich ebenfalls nicht in den Aussagen des DSGV wieder. "Eine erhöhte Kundennachfrage kann seitens der Filiale in Lahr nicht bestätigt werden", sagt Sandra Krismeyer, Pressesprecherin der BBBank.

"2016 wurden die Preise der Schließfächer an den Markt angepasst. Sie haben jedoch nichts mit einer erhöhten Nachfrage zu tun", fügt sie hinzu. Grund für die Anpassung sei vielmehr der erhöhte Aufwand für Kreditinstitute, der sich in den vergangenen Jahren durch gesetzliche Regelungen erheblich ausgeweitet habe. 94 Schließfächer seien in der BBank in Lahr noch ungenutzt.

Jahresmiete zwischen 70 und 150 Euro

Die Schlüssel der kleinsten Fächer mit 7,5 Zentimetern Höhe seien derzeit alle vergeben. 65 Fächer der   nächstgrößeren Variante mit zehn Zentimetern könnten noch bezogen werden. Und auch für die 15 und 30 Zentimeter hohen Schließfächern gebe es noch Schlüssel. Wer sich für ein Safe bei der BBBank entschließt, muss mit einem Jahresbeitrag von 70 bis 150 Euro rechnen – je nach Größe des Fachs.

Anders bei der Volksbank in Lahr: dort sind Schließfächer heute begehrter als in der Vergangenheit. "Die Nachfrage hat sich in den letzten Jahren verstärkt", bestätigt Susanne Hauser, Leiterin der Presseabteilung der Volksbank. Besonders auffallend sei, dass Kunden aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase verstärkt in Edelmetalle wie Gold investierten. "Aber auch Schmuck, Bargeld und Münzsammlungen werden im Bankschließfach verwahrt", sagt Hauser. Auch die Einbrüche in der Region würden Menschen dazu bewegen, Geld und Wertsachen in einem Bankschließfach zu deponieren. Insgesamt bietet die Volksbank Lahr 530 Schließfächer an, davon stehen derzeit 50 leer. "Wir haben noch genügend Reserven, falls die Nachfrage weiter steigt", sagt Hauser.

Zu Jahresbeginn habe es eine Preiserhöhung gegeben, allerdings nicht aufgrund der gestiegenen Nachfrage. "Wir mussten die Preise an die gestiegenen Wartungs- und Verwaltungskosten anpassen", erklärt die Volksbanksprecherin. Auch bei der Volksbank Lahr sind die Preise nach der Schließfachgröße gestaffelt: das kleinste kostet 59 Euro im Jahr, das größte 199 Euro.

Weitere Banken in Lahr, wie die Commerzbank, die Spardabank und die Targo-Bank, teilen auf Nachfrage mit, dass sie keine Schließfächer anbieten.