Zwei  Bergsteiger aus Lahr sind  in den französischen Alpen ums Leben gekommen. Die beiden Brüder, 40 und 42 Jahre alt,  wollten einen Gipfel  im MontBlanc-Massiv  besteigen, wurden  aber von einem schweren Unwetter überrascht. Sie erfroren.

Beide Brüder waren Familienväter. Der Jüngere hinterlässt eine Frau und ein einjähriges Kind, der ältere eine Frau und zwei junge Töchter. Beide sind gebürtige Lahrer. Der jüngere war mit seiner Familie nach Offenburg gezogen, der ältere hatte mit seiner Familie in Kippenheim gelebt.

Die Brüder waren Mitglieder des Lahrer Alpenvereins seit 1981 – sie waren von ihren Eltern in  dem Verein angemeldet worden, als sie noch Jungen waren. Und beide galten als versierte und erfahrene Bergsteiger. Um sie trauern   ihre Familien, die Mitglieder des Alpenvereins und die Lahrer Polizei. Der ältere der Brüder war Polizist auf dem Revier in Lahr, der jüngere war als Laborchemiker tätig.

Offenbar waren die Brüder  am frühen Montagmorgen gegen 2 Uhr von einer Schutzhütte aus aufgebrochen, um den Gipfel  des Mont Blanc du Tacul zu erklimmen. Dabei hätten sie  eine  schwierige Route gewählt, teilte ein Behördenvertreter mit. Zuletzt seien sie am Montag gegen 14 Uhr von anderen Bergsteigern gesichtet worden, dann schlug das Wetter um.

Die Leichen wurden am Mittwoch in 4250 Metern Höhe geborgen. Todesursache sei Unterkühlung, sagte  ein Vertreter der Hochgebirgs-Gendarmerie in Chamonix. Der Polizist  erläuterte, dass  das Wetter den Aufbruch am Montag erlaubt hätte. Bei dem unerwarteten Unwetter am Dienstag habe die Windgeschwindigkeit dann teilweise bei 120 Kilometern pro Stunde gelegen.

Der ältere der beiden Brüder kannte die Bedingungen am Mont Blanc, er hatte den mit  4810  Metern  höchsten Berg  der Alpen bereits des öfteren  bestiegen. Zuletzt hatte der 42-Jährige erst vor zwei Wochen auf dem Gipfel gestanden. Auf der Internetseite des Alpenvereins Lahr hat der Kippenheimer einen Bericht über diese Tour veröffentlicht, zu der er mit drei Freunden aus dem Raum Lahr aufgebrochen war.
Beim Lesen des detaillierten Berichts entsteht das Bild eines  umsichtigen Mannes, der die Berge und das Bergsteigen geliebt hat. »In siebeneinhalb Stunden hatten wir fast 2000 Höhenmeter zurückgelegt und standen nun auf dem höchsten Gipfel der Alpen«, drückt der Kippenheimer seine Freude über die erfolgreiche Besteigung aus. 

Der ältere Bruder  war als Beisitzer Vorstandsmitglied des Lahrer Alpenvereins, zugleich war er Tourenführer des Vereins. Er organisierte alpinistische Unternehmungen und trug so zu einem abwechslungsreichen Vereinsleben bei. Als Ausbildungsreferent, ein Amt, das er erst vor wenigen Monaten übernommen hatte, koordinierte er außerdem Fortbildungsmaßnahmen für Tourenleiter.

»Er war ein umsichtiger Tourenführer«, sagte  der Vorsitzende Norbert Klein auf Nachfrage unserer Zeitung. Alle, die sich dem 42-Jährigen am Berg anvertraut hätten, seien voll des Lobes  gewesen.  Klein hat die Nachricht vom Tod der beiden Brüder  bereits am Mittwochabend durch einen Anruf des Lahrer Polizeireviers erhalten. Ihr Tod sei für den ganzen Verein ein schwerer Schock.

Auch auf dem  Polizeirevier war die Stimmung mehr als gedrückt. »Unsere Trauer um den beliebten Kollegen ist sehr groß, aber die Trauer der Angehörigen ist größer«, sagte der stellvertretende Revierleiter Günter Kern gegenüber unserer Zeitung. Deshalb wolle man sich nicht näher dazu äußern.