Eine ungewöhnliche Aktion hat Kurt Hockenjos gestartet: Mit den Mitteln der Kunst protestiert er gegen einen seiner Meinung nach unsachgemäßen Baumschnitt.

Hugsweier. An der im vergangenen Jahrhundert noch unter der Regie von Karl Rubin gepflanzten Ahorn-Baumreihe beim Friedhof sind kürzlich Baumschnittarbeiten vorgenommen worden, die dem Hugsweierer Künstler und Vorsitzenden des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins Kurt Hockenjos veranlasst hat, sein Missfallen mit einer künstlerischen Performance vor Ort auszudrücken. Die fachlich "hundsmiserabel schlechte" Arbeit schade den Bäumen und sei ein Beispiel für überall feststellbare unsachgemäße Eingriffe in die Natur. Verantwortlich sei die Straßenmeisterei des Ortenaukreises. Hockenjos hatte bereits 1994 mit einer spektakulären Aktion gegen das Abholzen der Pappelreihe an der Schutterner Straße Aufmerksamkeit erlangt. Damals hatte er mit seinem eigenen Blut die einzelnen Bäume gekennzeichnet und seinen Protest artikuliert.

Auch an den seiner Meinung nach stümperhaft geschnittenen Ahornbäumen hat jetzt der Künstler, der sich in gewisser Weise auch als Bürgervertreter versteht, ein besonderes Zeichen gesetzt. Statt des ursprünglich vorgesehenen eigenen Bluts setzte der Aktionskünstler diesmal Farbe ein. Zuvor hat er die übrig gebliebenen, malträtierten Aststümpfe als sichtbares Zeichen mit Baumwollbinden bandagiert, verbunden und mit roter Farbe getränkt.

Seine Aktion begründete Hockenjos mit den Worten: "Es quält mich, wenn so unverantwortlich mit der Natur umgegangen wird." Passend dazu hatte er ein Transparent befestigt mit der Aufschrift "Qualitätsarbeit und mit Steuermitteln bezahlt".

Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt, der wie Ortschaftsrat Bernd Eble vor Ort war, begrüßte, "dass sich jemand für den Erhalt der Bäume und Sträucher und deren richtige Pflege einsetzt". Zumal der Ortsverwaltung und dem Ortschaftsrat in der Mehrzahl der Fälle Anforderungen der Einwohner vorlägen, die aus den unterschiedlichsten Gründen Bäume bei ihren Grundstücken weghaben wollten.

Das Landratsamt Ortenaukreis weiß über das Problem in Hugsweier Bescheid. "Ein Subunternehmen hat einen Strauch entfernt, dabei ist es zu dem Schaden an dem Baum gekommen", sagte Pressesprecher Kai Hockenjos auf Anfrage unserer Zeitung. Geplant sei, das Problem zu beheben, was spätestens heute, Freitag, erledigt werden soll. Der Baum habe keinen dauerhaften Schaden genommen, versicherte der Pressesprecher.