Lahr. Es ging darum, Bühnenluft zu schnuppern, vor Publikum zum Instrument zu greifen, allein ans Mikrofon zu treten: Am Mittwochabend absolvierten Schüler des Pop- und Rockbereichs an der städtischen Musikschule die mittlerweile achte "Night Jam"-Auflage im "Schlachthof".

Die alten Hasen saßen in der zweiten Reihe, sorgten für den richtigen Beat und den nötigen Rückhalt, den es bei den ersten Schritten im Rampenlicht braucht. Der Ansatz des "Night Jam" auf der kleinen Bühne in der "Essbar" ist stets gleich: Das Lehrerkollegium der Städtischen Musikschule stellt die Begleitband. Tobias Meinen, der Chef, zupft wie immer den Bass, Charly Lüftner ackert in der Schießbude, Florian Schmid zupft die Gitarre. Hinzu kommen Patric Hetzinger (Percussions) und Lorenz Stiegeler, der in die Tasten greift, wenn er nicht gerade für einen oder zwei Songs von einem der Schüler verdrängt wird.

Alle fünf wissen, wie schwer es ist, einfach auf die Bühne zu gehen und das eigene Ding durchzuziehen. Sie sind in einer Zeit aufgewachse, in der noch nicht einmal daran zu denken war, unter den Fittichen einer städtischen Musikschule einen Popsong oder einen Jazzstandard einzustudieren. In Lahr hat sich das mittlerweile massiv verändert. Der Pop- und Rockbereich stellt mittlerweile fast ein Viertel der Schüler, an die Stelle des klassischen Vorspiels sind hier Formate wie "Bands on Stage" oder der "Night Jam" getreten.

Während in der hinteren Reihe Kontinuität und Abgeklärtheit zählte, wurden am Bühnenrand wieder viele Erfahrungen gesammelt. Hier präsentierten sich junge Gesangstalente wie die gerade erst neunjährige Liz Riedel und ihre kaum älteren Mitschüler Sophia Anselm, Adelissa Pospischil und Dennis Adamez. Alleine oder im Duo stimmten sie bekannte Popsongs an, während Jonas Rudolf ganz cool den Platz am Piano enterte, um mit dem Standard "Take The A Train" in die Welt des Jazz einzutauchen. Wie Jonas sind auch Lena Frankenhauser, Carolina Richter, Samuel Sickinger und Lorenz Obert schon eine Weile dabei. Die vier agieren als junges, eingespieltes Saxofonquartett, das mit satten Bläsersätzen und echten Soloeinlagen glänzt, bei denen ihr als Moderator agierender Lehrer Nikolaus Halfmann allenfalls noch das Zeichen für den Einsatz geben muss. Die vier stemmten sich am Mittwoch immer wieder kraftvoll gegen die in diesem Jahr übermächtige Phalanx der jungen Sänger.

Ganz der Dramaturgie eines Konzerts folgend, verdichtete sich der Abend von Beitrag zu Beitrag, zeigten junge Talente ihr Können, auch wenn das dazu gehörende Lampenfieber bei einigen nicht zu übersehen war. Theresa Pfeifer, Nils Brede und Valentin Sackmann, Clara Trextor, die stimmgewaltige Luna Schumann, Sophia Straub, Pauline Bauer, Janina Metzger und Anne Himmelsbach glänzten mit forschen Beiträgen und echter Sangeskunst.