Von Christine Breuer

Lahr. Matthias Kappis hat sein Ziel, den Einzug in den Landtag, nicht aus den Augen verloren. Am Donnerstagabend ist er erneut einstimmig zum FDP-Kandidaten im Wahlkreis Lahr für die Landtagswahl am 16. März 2016 nominiert. Zum Ersatzbewerber wurde Jörg Uffelmann gewählt.

Der Tiefpunkt nach der Europawahl sei überwunden, stellte Kappis fest. Auf das "respektable Ergebnis" von 8,5 Prozent bei den Kommunalwahlen lasse sich aufbauen. Auch wenn sich nach außen hin nicht viel Sichtbares getan habe, "inhaltlich haben wir viel gearbeitet und eine Kurskorrektur vorgenommen". In Bezug auf die Wahlen in Hamburg im Februar, bei denen die Partei 7,4 Prozent erreichte, sagte er weiter: "Die Häme ist weg, es werden wieder Wahlen gewonnen."

Kappis erläuterte seine Ziele: Im Gegensatz zur CDU, die Sicherheit als Lebensqualität bezeichne, stehe er für Freiheit als Lebensqualität ein. Die Absenkung des Rentenalters stellt er infrage. Landesfinanzminister Nils Schmid (FDP) baue trotz Rekordeinnahmen bei den Steuern keine Schulden ab.

"8,50 Euro Mindestlohn – dieser Betrag wurde willkürlich festgesetzt", kritisierte Kappis Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD). Die Mindestlohndokumentationspflicht bezeichnete Kappis als "unnötige Bürokratie". Es sei besser, das Unheil an der Wurzel zu packen, als Kosmetik zu betreiben. In der Bildungspolitik dürften keine Experimente an Schülern gemacht werden. Schüler wie Lehrer bräuchten Verlässlichkeit. Wichtig sei, die Stellschrauben behutsam zu drehen, über Inhalte und nicht über Schularten zu diskutieren. Umweltschutz sei wichtig. Aber es könne nicht sein, dass ein Grünplaner mehr verdiene als ein Architekt und Tausende von Euros in die Umsiedlung von Eidechsen investiert würden, während in den Schulen der Putz von den Wänden falle.

Die Nominierungsversammlung wurde vom Kreisvorsitzenden Johannes Huber geleitet, der die Lahrer FDP als einen der stärksten und aktivsten Stadtverbände bezeichnete.