Lahr. Zwei Jahre nach dem letzten Konzert im Friedrich-Maurer-Park ist es am Freitag auf der kleinen Bühne wieder laut geworden. Ulli Bohnert und Julia Schwörer sowie Hennig Lehmann, Sohn Luca und Gitarrist Thomas Sauter sorgten für starke Musik.

Auch wenn es den einen oder anderen Nachbarn stört. Der kleine Platz bei der Minigolfanlage am Friedrich-Maurer-Park bietet sich förmlich an für kleine Sommerkonzerte. Die Lahrer Musikfreunde lieben das Ambiente dort, die lauschige Atmosphäre, die sich immer wieder ganz von alleine einzustellen scheint.

Romana Schäfer, die neue Pächterin der Minigolfanlage und des Cafés, kann die zusätzlichen Einnahmen einer gut besuchten Abendveranstaltung gut gebrauchen. Mehr als ein, zwei Konzerte im Jahr müssen die Anwohner trotzdem nicht befürchten. Das Ganze lebt schließlich auch von der Aura des Besonderen, dem Charme eines sommerlichen Konzertvergnügens, das wie am Freitag mit handgemachten Rock- und Popklängen und einem kräftigen Schuss Lagerfeuerromantik aufwartete. Genau hier setzte am Freitag das Duo Ulli Bohnert (Gitarre, Gesang) und Julia Schwörer (Gesang) an. Erdige Gitarrenriffs, zwei Stimmen die sich wunderbar ergänzen. Den Rest besorgte das Programm der beiden, eine immer wieder zupackende Mischung aus akustisch dargebotenen Rock- klassikern, Folksongs und ein paar neueren Popsongs. Bohnert und Schwörer sind seit gut eineinhalb Jahren gemeinsam am Start. Ihr Vortragsstil ist frisch und kraftvoll, das von ihnen bearbeitete Songmaterial forcierte schon bald die gute Stimmung unter den angesichts der eher durchwachsenen Witterung überraschend zahlreich erschienenen Musikfreunden.

Henning Lehmann (akustische Gitarre, Gesang), Sohn Luca (Cajon) und Thomas Sauter an der Stromgitarre legten im Anschluss nach. Gerade Luca Lehmann peitschte die Musiker mit seiner furiosen Rhythmusarbeit vorwärts. Gefühlvolle Balladen verführten indes, während griffige Rockeinlagen von Thomas und Luca die Stimmung im Park in Richtung Siedepunkt katapultierten. Klassiker von den Rolling Stones prallten auf Cat Stevens’ "Peace Train", auf ein lustvoll reduziertes "Brick in the Wall" (Pink Floyd) und Bowies "Space Oddity". Die Drei sorgten dafür, dass das imaginäre Lagerfeuer am Ende hell loderte.

Es wäre mehr als schade, wenn solche schönen Abende in Zukunft am Widerstand einer Hand voll Anwohner scheitern würden.