Seit 2011 beteiligt sich die Stadt Lahr an dem weltweiten Aktionstag "Cities for Life – Städte gegen die Todesstrafe". In diesem Jahr trat das "Antonin Quartett" im Stiftsschaffneikeller auf.

Lahr. Wenn am 30. November in Lahr stündlich die Rathausglocken läuten, erinnern sie nicht zuletzt an einen beherzten Beschluss von Großherzog Leopold II., der 1786 in dem von ihm regierten Großherzogtum Toskana die Todesstrafe abschaffte. Die damals weltweit einzigartige Entscheidung wird seit 2009 mit dem Aktionstag "Cities for Life" gewürdigt. An der Aktion nehmen mittlerweile weltweit mehr als 1600 Städte teil.

Die jeweiligen Ansätze von "Cities for Life" variieren. Mit ihren Kunstaktionen, Konzerten und Lesungen erinnern die teilnehmenden Städte aber immer auch daran, dass Kulturschaffende oft zu den ersten Opfern eines diktatorischen Systems zählen. Nur allzu oft droht ihnen auch heute noch die Todesstrafe, die mittlerweile zwar in 105 Staaten abgeschafft und in 34 Staaten ausgesetzt wurde. Die nach wie vor aber in zahlreichen Ländern verhängt und vollstreckt wird. Die Stadt Lahr setzt bei "Cities for Life" auf eine Kooperation mit dem Kulturkreis und Amnesty International.

Den künstlerischen Beitrag hat sie in diesem Jahr in die Hände des nach Antonin Dvorák benannten "Antonin Quartetts" gelegt. Frank Schilli (Violine), Anke-Bettina Melik (Violine), Rolf Schilli (Viola) und Andrej Melik (Violoncello) setzten im ersten Teil des Konzerts ganz auf die getragene Eleganz von zwei Streichquartetten aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart. Besonders reizvoll was das Joseph Haydn gewidmete "Dissonanzenquartett" aus dem Jahr 1785. Vollendete Harmonie und klangliche Reibungen reichen sich hier wunderbar die Hand, verweisen auf die steilsten Gipfel der europäischen Kammermusik, die das Quartett am Mittwochabend in einer bravourösen Darbietung erstürmte.

Nach der Pause standen George Gershwins "Lullaby" und Antonin Dvoráks Streichquartett in F-Dur auf dem Programm. Im Jahr 1893, während eines Sommeraufenthaltes in Spillville, Iowa entstanden, knüpft es nahtlos an die im selben Jahr vollendete Sinfonie "Aus der neuen Welt" an. Seine Klangbilder erzählen von der Weite des Landes, von stampfenden Eisenbahnlokomotiven und ratternden Rädern, harmonischen Motiven, die amerikanische Folklore und indianische Rhythmen mischen.