Lahr. Das Tulpenfest im Stadtpark wird am morgigen Sonntag von 14 bis 17 Uhr gefeiert – trotz des Kälteeinbruchs der vergangenen Tage. Veranstalter ist der Freundeskreis Lahrer Stadtpark. Mit dem Vorsitzenden Reinhard Teufel haben wir über das Fest und die Vereinsarbeit gesprochen.

Herr Teufel, bekommen die Besucher trotz der Kälte der vergangenen Tage am Sonntag genug Tulpen zu sehen?

Wegen der warmen Witterung im März und Anfang April blüht alles früher, weshalb die Parkbesucher schon seit einigen Tagen die herrliche Blütenpracht bestaunen können. Um die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse im Frühjahr aufzufangen, werden bei der Sortenwahl Tulpen mit unterschiedlichen Blühzeiten kombiniert, sodass über eine längere Periode immer blühende Tulpen im Park zu sehen sind. Auch wenn am Sonntag schon manche Tulpensorten verblüht sind, so gibt es auch schon Rhododendron- und Azaleenblüten, die zum Besuch einladen.

Was ist das Besondere am Tulpenfest?

Es ist der erste große Blütenhöhepunkt im Park. Besonders beliebt ist dabei auch unsere Sortenschau am Eingang, bei der 50 seltene Sorten zu sehen sind. Und es ist ein Begegnungsfest. Das Interesse daran in der Lahrer Bevölkerung und im Umland bis ins Elsass ist sehr groß.

Sie sind seit zwei Jahren Vorsitzender des Freundeskreises. Weshalb ist Ihnen diese Arbeit wichtig?

Als direkter Angrenzer habe ich schon lange Jahre viel Freude an unserem Park. Bei meinen häufigen Spaziergängen dort kann ich auch die Fortschritte bei den von unserem Freundeskreis geförderten Projekten beobachten. Wenn meine Enkel zu Besuch sind, ist der Stadtpark Spielplatz und Erlebniswelt für sie, während ich sie entspannt begleite. Für meine Freude an der Vereinsarbeit sind jedoch besonders der Zusammenhalt im Freundeskreis und die Unterstützung, die ich durch die Mitglieder erfahre, wesentlich. Ich kann etwa jederzeit auf den Rat meines Vorgängers Achim Hentschel zählen, wofür ich dankbar bin.

Sind Sie zufrieden damit, wie die Menschen dieses Kleinod annehmen?

Ja, es ist immer wieder schön festzustellen, dass Lahrer Bürger und regionale Firmen mit ihren Spenden an den Stadtpark die gleichen Ziele wie der Freundeskreis verfolgen. Ein Beispiel erfolgreicher Zusammenarbeit ist die Errichtung des neuen Tiergeheges. Es wurde von der Stadt Lahr als Bauträger errichtet und von der Berger-Pfänder-Stiftung –­ Theresia Pfänder war ebenfalls langjährige Vorsitzende unseres Vereins – sowie dem Freundeskreis mit jeweils 100 000 Euro gefördert. Das Tiergehege ist eine Weiterentwicklung des Stadtparks im Sinne des Vermächtnisses seines Stifters Christian Wilhelm Jamm. Wenn der Freundeskreis solche großen Ziele erreicht, dann macht die Arbeit als Vorsitzender Spaß.

Wie haben sich die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren entwickelt?

Es ist für mich erstaunlich, wie nicht nur zu Veranstaltungen, sondern auch täglich Besucher aller Altersklassen in den Park kommen. Der Park dient als Fotohintergrund bei Hochzeiten, ältere Besucher genießen die Ruhe. Bei vielen Besuchern werden Erinnerungen wach, zum Beispiel an die Krokodilschaukel, auf der man schon in Kindheitstagen gesessen hat. Bei den Besucherzahlen lässt sich eine steigende Tendenz feststellen. Die Besucherbilanz in diesem Frühjahr ist erstaunlich hoch, höher als in den Vorjahren.

2018 gibt’s die Landesgartenschau in Lahr. Steht zu befürchten, dass die Menschen den Stadtpark dann links liegen lassen?

Die Landesgartenschau ist ein einmaliges Event in Lahr, das auch von mir sehr begrüßt wird. Sie bietet Neues und Interessantes auf einem viel größeren und neu gestalteten Gelände. Der Ruhe und Erholung suchende Stadtparkbesucher wird meiner Überzeu­- gung nach aber auch während der Gartenschau nicht ausbleiben. Deshalb werden sich die Stadt und der Freundeskreis besonders bemühen, den Park auch in der Gartenschauzeit in einem sehr gepflegten Zustand zu präsentieren. Die Generalüberholung des bekannten Rosengartens und die neuen Tiergehege mit Erdmännchen und Äffchen werden auch im nächsten Jahr für viele ein Anziehungsort sein.

Was tut der Verein, damit der Park für Kinder und Jugendliche attraktiv ist?

Der Freundeskreis tut das, was er immer schon seit knapp 30 Jahren mit einem Engagement von über 800 000 Euro macht: Er unterstützt die Stadt Lahr bei der Pflege und Ausgestaltung der Spielanlagen, ergänzt ständig den Tierbestand, finanziert Renovierungen der Anlagen und Gebäude. Für die Kinder ist viel geboten, mit Spielplatz, Irrgarten und Tieren.

Welche Projekte hat der Freundeskreis zuletzt im Park umgesetzt?

Da gibt es so manches, etwa der Neubau des Tiergeheges, die Arbeiten im Rosengarten, die Neuanlage des Kräutergartens, aber auch immer wieder Pflege und Erhalt des Baumbestandes und der Blumen sowie Ersatzbeschaffungen bei den Tieren.

Und welche Pläne hat der Freundeskreis noch?

Unser nächstes größeres Ziel zur Landesgartenschau ist eine Ausstellung in der Park-Villa zum Stifter des Parks Christian Wilhelm Jamm. Die Villa ist in diesem Jahr wegen des Umzugs einiger Ausstellungsstücke in die Tonofenfabrik geschlossen. Wir denken auch über die Gestaltung der Gehege für die Huftiere nach. Eventuell gibt es dafür nach der Landesgartenschau einen neuen Standort.

Was spricht für eine Mitgliedschaft im Freundeskreis?

Jeder, der sich uns anschließt, hilft, das Kleinod Stadtpark in einem guten Zustand zu erhalten und ihn den jeweiligen Erwartungen, die der Zeitgeist hervorbringt, anzupassen. Die Mitgliedschaft ist ein Geschenk von Lahrer Bürgern an die gesamte Lahrer Bürgerschaft. Der Mitgliedsbeitrag von 22 Euro beinhaltet eine Jahreskarte und ist somit besonders auch für Familien interessant. Unterlagen für eine Mitgliedschaft gibt es am Eingang zum Park.

Welche Ecke im Stadtpark gefällt Ihnen am besten?

Wenn ich alleine bin, sitze ich am liebsten am Seerosenteich beim Flötenspieler. Es ist ein ruhiger Platz, von dem aus man die Fische und die Schildkröten beobachten kann. Mit meinen Enkeln sitze ich bei den Erdmännchen und hoffentlich auch bald bei den Äffchen.

Worauf freuen sie sich beim Tulpenfest am meisten?

Auf gutes Wetter, viele Besucher und nette Begegnungen. Auch bin ich gespannt, wie das Saxofon-Orchester bei den Besuchern ankommt, das dieses Jahr zum ersten Mal zu Gast ist. Außerdem freue ich mich auf ein Lachsbrötchen mit einem Glas Sekt oder ein Würstchen mit Bier bei den Stadtparkfreunden. Zum Dessert eventuell eine Tasse Kaffee mit selbstgebackenem Kuchen beim Lions-Club Lahr-Ortenau.  

Fragen: Herbert Schabel