Lahr (red/sl). Wenige Tage vor dem Jahrestag der Bücherverbrennung liest der Lahrer Autor Michael Paul am Mittwoch, 3. Mai, um 19 Uhr in der Mediathek aus seinem gerade erschienen Roman "Das Haus der Bücher". Der Eintritt ist frei.

2014 erschien mit "Wimmerholz" der erste Roman Pauls. Auch in seinem neuen Roman verbindet er eine wahre Begebenheit mit Fiktion. Und wieder ist der Schauplatz Ostpreußen, die Stadt Königsberg. Erzählt wird die Geschichte des Verlagshauses Gräfe und Unzer. Heute ist dieser Verlag bekannt für seine Ratgeberliteratur zu Garten und Küche. In der Zeit, in die Paul den Leser entführt – ins Jahr 1933 kurz vor der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten – war Gräfe und Unzer das führende Unternehmen der Branche, innovativ und angesehen. Kant, Herder, Osiander, Thomas Mann und viele andere bedeutende Persönlichkeiten gingen in diesem "Haus der Bücher" ein und aus oder pflegten Freundschaften mit dem bekannten Verleger.

Viele Bücher, die dort erschienen, wurden von den Nazis auf die "Schwarze Liste" der verbotenen Bücher gesetzt. Einige Buchhändler standen dem Verlagshaus zur Seite und kämpften darum, dass diese Werke nicht dem Feuer zum Opfer fielen – auch unter der Gefahr, damit die Existenz ihrer Buchhandlung aufs Spiel zu setzen. Auch heute ist das Thema von Presse- und Meinungsfreiheit aktuell.

Für die intensive Recherche erhielt Michael Paul viel Unterstützung vom Münchner Verlag Gräfe und Unzer. Er reiste mit dem Verlagshistoriker sogar für acht Tage ins russische Kaliningrad, das frühere Königsberg. Das Buch enthält auch alte Fotografien der damaligen Buchhandlung und Informationen zum historischen Hintergrund.

Die Handlung des Romans: Wilhelm Kirchner, der Inhaber der größten Buchhandlung Europas, wird von der geplanten Bücherverbrennung der Nazis herausgefordert. Mit seiner Nichte und zwei Mitarbeitern versucht er, so viele indizierte Bücher wie möglich zu retten. Doch bald sind die Buchhandlung, er selbst und seine Kollegen in größter Gefahr.