Lahr (cb). Prominenten Besuch hatte gestern FDP-Landtagskandidat Matthias Kappis. Lencke Steiner, FDP-Fraktionsvorsitzende der Bremischen Bürgerschaft, war nach Lahr gekommen, um sich über die Entwicklung des Flugplatzgeländes zu informieren. Bekannt ist Steiner auch als Jurorin in der Fernsehsendung "Die Höhle des Löwen".

Zwei Betriebe schaute sich Steiner an: die Kappis-Kopf-Gruppe und die Firma Hewe Fensterbau. Markus Ibert, Geschäftsführer der IGZ, die das Flugplatzgelände vermarktet, gab einen Überblick über Geschichte und Entwicklung des Areals. Drei Fragen warf Steiner dabei in den Raum: Gibt es ein Ziel, bis wann das Gelände komplett bebaut und vermarktet sein soll? Können die auf dem Gelände arbeitenden Menschen für ihre Kinder eine Kita beanspruchen? Gibt es eine Fördergesellschaft für Jungunternehmer? Dass es laut Ibert keine zeitliche Vorgabe für die Vermarktung des Geländes gibt, verwunderte sie etwas. Den Hinweis auf eine Kita nahm Kopf als Idee auf. Ibert erklärte, dass es in Südbaden nur wenig solcher Betriebskindergärten gebe, weil die meisten doch ihre Jüngsten lieber in der gewohnten Umgebung des Wohnbereichs in den Kindergarten schicken würden. "Wir haben viele kleine Betriebe, die erst gegründet wurden, oder auch welche, die vielleicht in Schieflage geraten sind, denen wir Räume für eine sehr kleine Miete anbieten können. So mancher hat nach erfolgreichen Jahren anschließend auf dem Flugplatzgelände gebaut", sagte Ibert zum Thema Jungunternehmer. "Der Ausbau der Rheintalbahn muss schneller gehen, die Autobahn muss auf sechs Spuren ausgebaut werden, das Breitbandkonzept muss endlich ins Rollen kommen und wir brauchen Unterstützung, damit die fliegerische Nutzung des Flugplatzes durchgesetzt wird", machte der IGZ-Geschäftsführer deutlich.

Markus Beck, Geschäftsführer von Hewe Fensterbau, führte durch den Neubau, der erst im 2014 bezogen worden ist. Steiner zeigte sich zum einen beeindruckt von der modernen Architektur und Ausstattung des Werks, zum anderen aber auch von der Arbeit. Als Unternehmerstochter interessierte sie hier neben dem technischen auch der personelle Bereich. Sie vermisste Frauen im Betrieb. Vier von 95 Mitarbeitern, wurde sie von Beck aufgeklärt, seien weiblich. Die hätten sich aber in ihren Büros versteckt, sagte er mit einem Augenzwinkern. Der Mindestlohn, der bei Hewe schon vor der Debatte bei 12,50 Euro lag, und die aktuelle Situation für Auszubildende waren weitere Themen, die die 30-Jährige ansprach.