Die Bundesfachschule für Werbetechnik mit Sitz an der Badischen Malerfachschule in Lahr hat am Wochenende 50-Jähriges gefeiert. Die Schule wurde auf Initiative des Verbands für Werbetechnik (ZVW) gegründet. Zum Geburtstag gab’s auch Geschenke.

Lahr. "Wer nicht wirbt, stirbt": Mit diesem Sprichwort ging Landrat Frank Scherer auf die Bedeutung der Schule ein, in der Lichtreklamehersteller und Werbetechniker ausgebildet werden. "Es war damals eine wichtige und richtige Entscheidung, diesen Standort zu wählen", sagte er in seiner Festrede vor geladenen Gästen. Der Ortenaukreis sei stolz auf die Schule, die bundesweit einen ausgezeichneten Ruf genieße. "Die Schule ist ein Aushängeschild für Lahr und den Kreis und ein bundesweit anerkanntes Kompetenzzentrum, das von der Vorqualifizierung über das Duale Ausbildungssystem bis hin zur Weiterqualifizierung und Meisterschule reicht."

Seit 1971 seien in Lahr 612 Meister ausgebildet worden. Der Kreis habe, so der Landrat weiter, vor vier Jahren mehr als vier Millionen Euro in den Neubau eines Schülerwohnheims investiert.

Im Schilder- und Lichtreklame-Museum sei die Begeisterung von Schülern und Lehrkräften zu erkennen, die ihren Beruf mit künstlerischen Fähigkeiten und handwerklichem Geschick ausübten. "Ich werde mich dafür einsetzen, dass diese Schule weiter prosperiert", versprach Scherer.

Frank Berenbrinker, stellvertretender Bundesinnungsmeister und ehemaliger Schüler der Fachschule, überreichte eine handgeschriebene Dankesurkunde, auf der geschrieben steht: "Ausbilden heißt nicht nur Stoff vermitteln, sondern Feuer zu entfachen." Sie soll im zweiten Obergeschoss – in der Etage ist die Abteilung beheimatet – aufgehängt werden.

Ein Feuer in den Auszubildenden zu entfachen, gelinge der Schule offensichtlich gut, stellte die Grünen-Landtagsabgeordnete Sandra Boser fest. "Es ist beeindruckend, was die Schüler hier in ihrer Kreativität leisten", lobte sie die ausgestellten Arbeiten, die nur einen kleinen Einblick boten. Die Schule genieße einen sehr guten Ruf. 80 Prozent der Absolventen belegten später einen Meisterkurs. "Die Schule hat sich den neuesten Techniken gestellt", zollte Boser der Leitung und den Lehrkräften ihren Respekt.

Aus Sicht des Regierungspräsidiums sei die Schule etwas Besonderes, sagte Regionalreferentin Claudia Cassiani. Die Schüler kämen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus angrenzenden Nachbarländern wie den Benelux-Staaten, Frankreich oder der Schweiz. Die Schule biete der Stadt ein Alleinstellungsmerkmal, sagte Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller. "Wir haben keinen Dom, wir haben die Badische Malerfachschule, die 1950 als Lehr- und Versuchsanstalt vom Malerhandwerk gegründet wurde." Eine Bundesfachschule zu haben, könnten nur wenige Städte in der Größenordnung Lahrs von sich behaupten.

Das hohe Ausbildungsniveau sei das Ergebnis großer Weitsicht, richtete sich Achim Leonhardt von der Handwerkskammer anerkennend an Schulleitung und Lehrkräfte. Die Ausbildung im dualen System, die in Kooperation von Schulen und Betrieben stattfinde, belege weltweit einen Spitzenplatz.

Zum Geburtstag überreichte Klaus Bühler von der Sparkassenstiftung Offenburg/Ortenau einen Scheck in Höhe von 3000 Euro, um die Ausrichtung der Jubiläums­feierlichkeiten zu unterstützen. Die Firmen Mimaki und Brunner brachten einen Plotter (Großformatdrucker) im Wert von mehreren Tausend Euro mit, und die Firma VHF Camfacture hatte schon vor einiger Zeit einen Fräser liefern lassen.