Mehr als drei Stunden beste Unterhaltung hat die Ballettgruppe Grafenhausen in der voll besetzten Gemeindehalle geboten. Das Kinderbuch "Peter Pan" wurde in 13 Szenen tänzerisch perfekt auf die Bühne gezaubert.

Grafenhausen. Als verantwortliche Leiterin hatte Angela Link die erwartungsvollen Besucher begrüßt. Sie war für die Choreografie mehrerer Szenen selbst verantwortlich, andere Teile wurden unter der Regie von Karin Lindner, Larissa Höhn, Anna-Maria Höhn mit Johanna Bialdyga, Sybill Fix und Julia Bebon dargeboten. Als Berichterstatter hinter dem Vorhang fungierte in bewährter Weise Matthias Drescher. Er erzählte abschnittsweise die Geschichte von Peter Pan, dem Jungen, der in Nimmerland wohnt und nicht erwachsen werden will. Gleichzeitig stellten die Hauptakteure auf der Bühne ohne Sprache, aber mit viel Gesten das Erzählte dar.

Die Rolle des Peter Pan hatte Helen Konradt übernommen. Peter nahm die drei Kinder Wendy (Anna-Maria Höhn), John (Anne Schaub) und Michael (Ronja Sattler) mit nach Nimmerland. Dort erlebten sie tolle Abenteuer, lernten Indianer, Meerjungfrauen, Elfen und wilde Tiere kennen. Aber sie kamen auch in Konflikt mit dem bösen Captain Hook, dem Piratenchef und seinem Adjutanten Mr. Smee, die von Karin Lindner und Natascha Ernst ausdrucksvoll verkörpert wurden. Es ging um die Vorherrschaft in Nimmerland. Peter Pan und seine Freunde schafften es schließlich, die Piraten zu vertreiben, indem sie ihnen mithilfe eines Krokodils große Angst einjagten.

Nach jedem Erzählabschnitt wurde ein inhaltlich passender Tanz dargeboten. Das begann mit dem Balletttanz "Sonnenaufgang", den 20 junge Ballerinas auf die Bühne zauberten. Zwei fetzige Jazztänze demonstrierten den Flug ins Nimmerland und das Zusammentreffen mit den "verlorenen Jungs", die schon länger dort zu Hause sind. In herrlich glitzernden Gewändern wurde "Meer und die Wellen" dargeboten. Ein Tanz im Indianerlook entführte in die andere Nimmerland-Welt. Auch die Elfen und "Die wilden Tiere" wurden tänzerisch auf die Bühne gebracht, und die "Meerjungfrauen" zeigten Ballett vom Feinsten.

Zu den Höhepunkten gehörte sicher "Yo ho Piraten". Bei diesem temperamentvollen Tanz war alles enthalten, was zur Piraterie gehört: tolle Kostüme, Alkohol, Kampfszenen und verwegene Gestalten. Viel Beifall belohnte diese Darbietung. Eindrucksvoll war auch der Jazztanz "Die Uhr tickt, Cäpt’n Hook", ein getanzter Hinweis auf die Niederlage der Piraten, wobei sich die Tänzerinnen als große Gruppe in herrlichen Lackkostümen präsentierten.

Peter Pan und seine Freunde gewannen Nimmerland für sich. Doch John und Michael bekamen Heimweh. Die Rückkehr zu den Eltern, ebenfalls als Jazztanz dargestellt, beendete die abenteuerliche Reise, die von den vielen Akteurinnen mit ihren Trainerinnen in beeindruckender Weise dargeboten worden war. Als Gastgruppe präsentierte sich eine Irish-Step-Gruppe der Tanzschule Kandern. Sie führte mehrere irische Volkstänze vor. Das charakteristische Klappern mit den Schuhen wurde perfekt ausgeführt.

Es war ein wunderschönes Bild, als sich beim Finale alle 120 Akteure des Abends auf der Bühne versammelten. Angela Link bedankte sich beim Publikum, bei den Tänzerinnen und bei der ganzen Ballettfamilie für den tollen Einsatz und die Mitarbeit.