Riad - Die USA und Saudi-Arabien haben während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump ein Waffengeschäft in Höhe von rund 110 Milliarden Dollar (knapp 100 Milliarden Euro) abgeschlossen. Es sei der größte einzelne Rüstungsdeal in der US-Geschichte, teilte Regierungssprecher Sean Spicer via Twitter mit.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Saudi-Arabien sogar Waffen im Wert von etwa 350 Milliarden Dollar aus den USA kaufen.

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Bereits vor der Ankunft Trumps in Riad hatten US-Medien von dem geplanten Waffendeal berichtet. Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf unterrichtete Kreise gemeldet, bei dem Geschäft gehe es unter anderem um Schiffe für die Küstenwache, das Raketenabwehrsystem THAAD zur Verteidigung vor Kurz- und Mittelstreckenraketen, gepanzerte Fahrzeuge, Raketen, Sprengkörper und Munition.

"Dieses Paket von Verteidigungsausrüstung und Diensten unterstützt auf lange Sicht die Sicherheit Saudi-Arabiens und der Golf-Region angesichts iranischer Drohungen", sagte ein Sprecher des Weißen Hauses.

Eine härtere Gangart gegenüber dem Iran ist eines der Hauptthemen des Besuches von Trump. Saudi-Arabien und der Iran rivalisieren um die Vorherrschaft in der Nahost-Region. Dabei geht es aktuell um die Konflikte im Irak, in Syrien sowie im Jemen. Das Königreich Saudi-Arabien hat eine sunnitische Bevölkerungsmehrheit, im Iran leben mehrheitlich Schiiten.

Mit dem Geschäft werde dem Weißen Haus zufolge auch die Möglichkeit Saudi-Arabiens gestärkt, an Anti-Terror-Operationen teilzunehmen. Damit würde Druck vom US-Militär genommen.

Trump war am Morgen begleitet von seiner Frau Melania, seiner Tochter Ivanka und ihrem Mann Jared Kushner in der saudischen Hauptstadt Riad zum Auftakt seiner ersten Auslandsreise im Amt angekommen. Der 70-Jährige erhielt im Königspalast die höchste zivile Auszeichnung des Landes, die König Abdulasis Medaille. Im Gespräch während einer Kaffee-Zeremonie mit König Salman ging es, wie auf Videoaufnahmen zu hören war, um Öl, Waffen und die Gefahr durch den internationalen Terror.

In einem Tweet schrieb Trump, es sei "großartig" in Riad zu sein. König Salman hieß Trump über den Kurznachrichtendienst zu dem zweitägigen Besuch willkommen. Sein Besuch werde die Beziehungen beider Länder stärken.

Einige Komponenten aus dem Waffengeschäft könnten den Angaben zufolge in Saudi-Arabien selbst hergestellt oder zusammengebaut werden, was der angestrebten Stärkung der saudischen Rüstungsindustrie helfen würde. Der Verkauf der Waffen ist scheinbar nicht an Bedingungen wie der Verbesserung der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien oder einem Ende der verheerenden Luftangriffe einer saudisch geführten Koalition im Jemen gebunden.

Die hochrangige Wirtschaftsdelegation, die mit Trump reiste, schloss zudem eine Reihe von Verträgen in Höhe von Dutzenden Milliarden Dollar ab. Die Geschäfte wurden vor allem in den Bereichen Öl und Gas, Energie und dem IT-Sektor vereinbart.

Trumps Reise, die den 70-Jährigen in den nächsten acht Tagen in fünf Länder führen soll, wird von neuen Entwicklungen in der Russland-Affäre um den Präsidenten überschattet. Der von ihm gefeuerte FBI-Chef James Comey erklärte sich am Freitagabend (Ortszeit) zu einer Aussage im Geheimdienstausschuss des US-Senats bereit.

Zudem soll der US-Präsident bei einem Treffen mit russischen Spitzenvertretern erklärt haben, dass Comeys Entlassung "großen Druck" aus den Ermittlungen zu möglichen Moskau-Verstrickungen seines Wahlkampfteams genommen habe. Rechtsexperten zufolge könnte das, wenn es zutrifft, den Verdacht einer Rechtsbehinderung durch den Präsidenten untermauern.

Am Sonntag wird Trump zunächst an einem Gipfel des Golfkooperationsrates, einem Bündnis mehrerer Golfstaaten unter Führung Riads, teilnehmen. Später am Tag ist eine Rede des US-Präsidenten zum Islam bei einem US-islamischen Gipfel vorgesehen, an dem Dutzende Staatsoberhäupter aus der Region teilnehmen sollen. Am Montag fliegt Trump weiter nach Israel.