Nach dem Hochwasserrückhaltebecken in Niederschopfheim ist nun ein weiteres in Diersburg eingeweiht worden. Insgesamt steuerte das Land mehr als 3,5 Millionen Euro zur Realisierung des Schutzkonzepts in Hohberg bei.

Hohberg (red/vk). Bei der Einweihung des Rückhaltebeckens im Hohberger Ortsteil Diersburg betonte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer die Notwendigkeit einer aktiven eigenen Vorsorge und eines Risikomanagements. "Das Land unterstützt die Kommunen und Gemeinden bei der Risikovorsorge gegen Hochwasser mit gezielten Investitionen", sagte Schäfer. Wie das Regierungspräsidium (RP) Freiburg mitteilt, war mit dem Bau des neuen Rückhaltebeckens eine direkte Förderung von 1,855 Millionen Euro bei förderfähigen Kosten von 2,65 Millionen Euro durch das Land verbunden.

"Mit der Entwicklung eines Schutzkonzepts für Niederschopfheim und Diersburg hat die Gemeinde ihre Hausaufgaben gemacht und den Bau von zwei Rückhaltebecken in die Wege geleitet", so Schäfer weiter. "Die Investitionen in Höhe von 5,1 Millionen Euro gewährleisten einen 100-jährlichen Hochwasserschutz und sind sehr gut angelegt." Das Land habe mit einem Fördersatz von 70 Prozent mehr als 3,5 Millionen Euro davon übernommen und stärke so den ländlichen Raum. Weitere 450 000 Euro stammten aus dem Ausgleichstock.

Das Rückhaltebecken in Niederschopfheim war bereits 2013 eingeweiht worden. Das Zulassungsverfahren für das Becken in Diersburg sei aber deutlich aufwendiger gewesen. Im Januar 2015 konnte der Planfeststellungsbeschluss laut RP endlich erlassen und im September 2015 der Förderbescheid ausgefertigt werden. In Bau ging es am 7. Oktober 2015 und ist nun betriebsbereit.

Nach Auskunft des verantwortlichen Ingenieurbüros wird auch der Kostenrahmen eingehalten. Dies wurde bei der Einweihung mit Abgeordneten aus der Region, Kommunalpolitikern aus verschiedenen Gemeinden, den beteiligten Firmen und der Bevölkerung mitgeteilt.

Laut Regierungspräsidentin Schäfer erschöpft sich ein erfolgreicher Hochwasserschutz jedoch nicht in passiven Maßnahmen zum Hochwasserschutz, sondern sollte vielmehr aktiv durch ein eigenes Risikomanagement bei der Einsatz- und Alarmplanung der Gemeinden ergänzt werden. "Das Land möchte die Kommunen bei der Vorsorge gegen Hochwasser gezielt unterstützen und hat daher das Instrument des Risikomanagements entwickelt", so Schäfer.

"In den Plänen stellen die Regierungspräsidien zusammen, welche Maßnahmen zur Minderung des Risikos die einzelnen Akteure treffen sollen", berichtet Schäfer. Zwei zentrale Aufgaben der Kommunen seien dabei die Information von Bevölkerung und Wirtschaft über die Risiken sowie die Planung von Krisenmanagement durch Alarm- und Einsatzpläne.

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Hilfe vom Land

Das Land bietet laut Regierungspräsidentin Schäfer neben der finanziellen Förderung auch gezielte Fortbildungen in Workshops an und stellt das Flut-Informations- und Warnsystem bereit. Insbesondere dessen neue Version biete den Gemeinden eine Fülle von Einsatzdaten über Wetter, Pegelstände, Lage an den Rückhaltebecken und allgemeine Lageberichte.