Heiligenzell (cbs). Der Kreisverband des VdK zählt mehr als 4000 Mitglieder in 18 Ortsvereinen. Es ist eine stetig wachsende Gemeinschaft, die sich mit Fragen der Sozialpolitik und des Sozialrechts auseinandersetzt. Roland Hailer steht dem Verband seit 20 Jahren vor und wird nicht müde, sich für die Belange seiner Mitglieder einzusetzen. Morgen kann er seinen 70. Geburtstag feiern.

Wie er zum VdK gekommen ist? Zuerst war da seine berufliche Verpflichtung bei der Stadt Offenburg. Als Abteilungsleiter im Sozialamt habe zu seinem Zuständigkeitsbereich auch die "Kriegsopfer-Fürsorge" gezählt, aus der später der VdK-Sozialverband hervorgegangen ist. Gut 25 Jahre war er für die Stadt Offenburg tätig, bis er seine Berufung als Leiter für Personal und Verwaltung bei der Lebenshilfe gefunden habe. Schon immer habe er sich beruflich für die sozial Schwachen stark gemacht, so Hailer.

Im Ruhestand weitete er sein Engagement aus

Vor mehr als 20 Jahren wurde Hailer der Vorsitz des VdK-Ortsverbands und später des Kreisverbands angetragen. Im Grunde rannten sowohl der Orts- als auch der Kreisverband bei ihm offene Türen ein, denn wollte er sich in die lebendige Gemeinschaft einbringen. Außerdem kannte er sich bestens aus. Ständige Fortbildungen zum Sozialrecht spornten ihn weiter an. Sicher maße er sich nicht an juristischen Beistand leisten zu können, aber Hilfestellung beim Ausfüllen von Anträgen sei allemal drin. Ständig halte er sich über die Sozialpolitik auf dem Laufenden.

Als Hailer im Alter von 63 Jahren in Rente ging, hatte er seinen weiteren Lebensentwurf bereits in der Tasche. Er wechselte vom Ruhestand in den Vorstand der Lebenshilfe Offenburg. Außerdem unterrichtet er seit vielen Jahren am Ökumenischen Institut für Pflegeberufe im Fach Sozialrecht. "Es passt alles wunderbar zusammen", so Hailer. Er bleibe in seiner Materie und freue sich auf die tägliche Herausforderung seiner Aufgabe. Fast scheint es, als wolle er sein ehrenamtliches Engagement kleinreden: "Ach so viel ist das doch nicht", winkt der fasst 70-Jährige ab.

Seit Kurzem ist er Träger der Landesehrennadel

Vor zehn Jahren wurde er auch zum ehrenamtlichen Richter ans Landessozialgericht nach Stuttgart berufen. "Ich arbeite auch mit, um den Menschen und der Gesellschaft etwas zurückzugeben", so Hailer. Das mache er, so lange es seine Gesundheit zulasse. Damit diese auch noch recht lange mitspielt, geht er regelmäßig ins Tennistraining beim SV Heiligenzell und spielt Tischtennis in der Betriebssportgemeinschaft der Stadt Offenburg.

70 Lebensjahre seien heute noch lange kein Alter fürs Aufhören. Vor allem die ehrenamtliche Tätigkeit sei ihm sehr wichtig, weil die aktiven Jahre, die nach dem Beruf kommen auch ein Dankeschön an die Gesellschaft sein dürfen. Erst kürzlich hat er für seine Verdienste die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg erhalten.