Das Kinzigtalbad bleibt auf Kurs: Der Zweckverband hat gestern Abend der kostenreduzierten Entwurfsplanung für 11,35 Millionen Euro zugestimmt. Wie vorgesehen wird am Saunabereich gespart, die Wasserfläche konnte erhalten bleiben.

Hausach. Auf einen "entscheidenden Schritt", hoffte Hausachs Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzender Manfred Wöhrle eingangs der Sitzung. Die Schritte bis zu diesem und die teils turbulente Geschichte der Planung ließ Architekt Gunnar Lehmann noch einmal Revue passieren. Er erinnerte an die anfängliche "Euphorie der Planungsphase", die von der Kostenexplosion von 9,5 auf 12,3 Millionen Euro gestoppt wurde. Sie war der Grund für die Erstellung der kostenreduzierte Variante 4.0 für 11,1 Millionen Euro. Bei dieser sollten unter anderem die ursprünglich vorgesehene Osterweiterung zurückgebaut und das Saunaangebot reduziert werden.

Die Überarbeitung dieses Entwurfs, also die Variante 4.1. stellte Lehmann vor. Die Planer hätten sich darauf konzentriert, die Beckenlandschaft zu erhalten, so der Architekt. Mit Erfolg: So betrage die Wasserfläche nach jetzigem Stand immer noch 517 Quadratmeter.

Der Kleinkinderbereich, um dessen Erhalt und Gestaltung es im Vorfeld einige Diskussionen gegeben hatte, biete mit einem Wasserlauf, einer Wasserfontäne, einer Rutsche und anderen Spielgeräten viele Attraktionen.

Die größten Veränderungen habe es bei der Saune gegeben. Ursprünglich mit drei Kabinen geplant, wurde der Bereich auf eine Panoramasauna und ein Sanarium mit Farbbeleuchtung reduziert. "Allerding halten wir uns hier Erweiterungsoptionen offen", so Lehmann.

Nach seinen Berechnungen könnte mit einigen Baumaßnahmen im Dezember dieses Jahrs begonnen werden, offizieller Start wäre im März 2018.

Zufrieden mit dem Kinzigtalbad 4.1 zeigte sich Brigitte Salzmann, gerade bezüglich des Kinderbereichs. "Ich glaube, die Befürchtung, dass Mütter nicht mehr kommen, stimmt so nicht mehr", meinte sie. Karl Burger wollte wissen, wie der Eintrittspreis im Rahmen des Ganzjahresbetriebs gestaltet wird, also ob Besucher für Frei- und Hallenbad zahlen oder wie das gehandhabt wird. "Da sind wir zugegebenermaßen noch am Planen", räumte Wöhrle ein, "aber generell ist ein Zugang zum Freibadzeiten zu allen Bädern möglich." Nach einer kurzen Diskussion, ob Besucherströme aus diesem Grund irgendwie geregelt werden müssten, meinte Frank Edelmann: "Das ist doch die Chance, die das Bad bietet: Diese Freiheit. Wenn dem einen 18 Grad zu kalt sind, reicht das dem anderen schon, um ins Freibad zu gehen." Die anderen Zweckverbandsmitglieder stimmten zu.

Besonders gespannt waren alle natürlich auf die Details der Kostenberechnung. Lehmann präsentierte zwei unterschiedliche Preise: 11,12 Millionen und 11,35 Millionen Euro. In letzterem sind einige Zusatzoptionen wie beispielsweise eine Isolierung mit Dreifach-Glas, bewegliches Mobiliar und eine Einbruchmeldeanlage enthalten. Zu der Verglasung sagte Wöhrle: "Wir gehen davon aus, dass wir sie nicht brauchen", allerdings fehle der Wärmeschutznachweis noch. Ähnliches gelte für die Einbruchmeldeanlage. Ob sie notwendig sei, müsse noch mit der Versicherung geklärt werden. "Da es sich bei all diesen Posten um dynamische Entscheidungsprozesse handelt, bin ich dafür, erst einmal die 11,35 Millionen Euro freizugeben", meinte Thomas Geppert. Dieser Ansicht waren auch die anderen Zweckverbandsmitglieder. Sie stimmten geschlossen sowohl für die vorgestellte Planung als auch für die Freigabe der Kostenberechnung. Ebenfalls ohne Gegenstimme fiel die Entscheidung, die Büros stufenweise mit der weiteren Planung zu beauftragen.

"Wir hoffen auf einen Baubeginn noch in diesem Jahr,ich weiß das ist sportlich", sagte Wöhrle abschließend. Glücklicherweise habe das Regierungspräsidium in Bezug auf eine weitere Fristverlängerung Wohlwollen signalisiert.

Weitere Informationen: Der Hausacher Gemeinderat bespricht die finale Entwurfsplanung für die Sanierung des Freibad in einer öffentliche am Montagabend ab 19 Uhr.