Hausach - Und da waren es schon drei: Für die Bürgermeisterwahl am 24. September hat sich ein weiterer Kandidat gemeldet. Der Theater- und Schauspielpädagoge Frank Lehmann, gebürtiger Hausacher, derzeit wohnhaft in Berlin, will Manfred Wöhrles Nachfolger werden.

Auch wenn er schon eine Weile nicht mehr im Kinzigtal wohnt: Der 54-Jährige ist sich sicher, dass er kein romantisches Bild von ihm hat: "Der Schwarzwald ist eine erfolgreiche, moderne und pulsierende Region", sagt er. Lehmann zieht seine Einschätzung unter anderem aus seinen berufsbedingten Reisen durch ganz Deutschland. Seine von ihm gegründete Agentur "Eventilator" ist in der Lese- und Bildungsförderung tätig und in diesem Rahmen bekäme er nicht nur einen Einblick in die kommunale Bildungspolitik der jeweiligen Orte. Sein Wohnort ist seit 1992 Berlin.

Geboren und aufgewachsen ist er allerdings in Hausach und machte 1982 am dortigen Gymnasium sein Abitur. Es folgte eine Ausbildung zum Theater- und Schauspielpädagogen in Ulm, die er 1988 als staatlich geprüfter Schauspieler erfolgreich abschloss. Eine Zeit lang arbeitete Lehmann als freischaffender Schauspieler und nach seinem Umzug nach Berlin als Lehrer für Deutsch als Fremdsprache in Jugendkursen der VHS Berlin-Mitte. 1999 gründete er "Eventilator" als Agentur für Leseförderung, Buchpromotionen und Bildungsprojekte. Mit der seit 2006 bestehenden "Sommerhaus-Events" organisiert er Veranstaltungen für Bibliotheken. 2015 gab er auch Deutschkurse für Geflüchtete.

Auch wenn er schon lange in Berlin lebt: Über die Jahre hat der gebürtige Hausacher die Verbindung zu seiner Heimat gehalten, denn seine Familie lebt immer noch in der Stadt unter der Burg. Gerne reist Lehmann außerdem mit seinem Mann ins Kinzigtal, um dort Urlaub zu machen. Derzeit verweilt er aus diesem Anlass zum wiederholten Mal in Gutach.

Da er beruflich mit Bildung zu tun hat, interessiert er sich natürlich vor allem, aber nicht nur, für Hausach als Schulstandort. Er ist überzeugt: "Eine erfolgreiche Bildungsnation muss in den kleineren Städten gegründet werden."

Als Vorsitzender des Freundeskreises der Stadtbibliothek Tempelhof-Schöneberg habe er auch er auch schon Erfahrungen mit der Kommunalpolitik gesammelt. "Ich bin im Kulturausschuss und wohne Sitzungen bei", berichtet Lehmann.

Am Amt des Bürgermeisters reize ihn die Verantwortung und Herausforderung. "Der Bürgermeister ist ein Generalist, der in ständiger Verbindung zum Gemeinderat und Verwaltung steht." Den Aufwand und Einsatz des Amts scheue er nicht. "Für mich ist die Arbeit Nummer eins", sagt er.

Zur Hausacher Verwaltung hat er bezüglich seiner Kandidatur vorgestern Kontakt aufgenommen. Für eine vollständige Bewerbung wartet er von den Berlinern Behörden noch auf einige Unterlagen. Die Entscheidung zur Bewerbung als Bürgermeister habe er aus keiner Laune heraus getroffen, betont er. "Ich bin ein überlegender und gewissenhafter Mensch", sagt er. Sein Partner stünde hinter ihm und würde ihm im Fall einer Wahl ins Kinzigtal folgen.