Seit 185 Jahren kümmert sich das Gustav-Adolf-Werk um evangelische Minderheiten in der Welt. In Friesenheim ist Sabine von Zeschau seit Jahrzehnten das Gesicht der Einrichtung.

Friesenheim. "Guten Tag, Frau Gustav Adolf", mit diesen Worten begrüßt der ehemalige Pfarrer Christian Fünfgeld gern Sabine von Zeschau aus Oberweier. In Friesenheim ist sie seit vielen Jahren für ihren unermüdlichen Einsatz für evangelische Minderheiten in der Diaspora bekannt. Seit 20 Jahren ist sie Bezirksbeauftragte und seit 13 Jahren im Landesvorstand des Gustav-Adolf-Werks.

Fast so, als wäre sie immer hautnah bei den Projekten des Werks in Südamerika, Osteuropa, Südeuropa oder im Nahen Osten dabei, erzählt sie von Problemen vor Ort. Ganz gleich, ob ein neues Gemeindezentrum in Polen, das neue Kirchendach in der Ukraine oder die Bezahlung von Renten für Theologen – Hilfe ist beim Gustav-Adolf-Werk nicht nur selbstverständlich, sonder "die Unterstützung kommt zu 100 Prozent bei den Begünstigten an", betont von Zeschau. Wer sich im Gustav-Adolf-Werk engagiert, leistet diese Arbeit im Ehrenamt. "Jede Spende kommt an, ohne Abzug für Bürokratie." So stehe die Einrichtung auch für Aus- und Weiterbildungsprogramme. Im Grunde sollte jede evangelische Kirchengemeinde sogenanntes kooperatives Mitglied der Gustav-Adolf-Werk sein, fordert von Zeschau. Die Friesenheimer Kirchengemeinde ist seit vielen Jahrzehnten Mitglied, auch die Kirchengemeinderäte unterstützen mit ihrer Mitgliedschaft die Arbeit des Werks. Aus Kollekten, Spenden, Sonderkollekten bei Hochzeiten oder auch Trauerfeiern stammen die Gelder, mit denen Projekte finanziert werden. Traditionell wird die Jahressammlung des Gustav-Adolf-Werks überregional am Aschermittwoch eröffnet. Unter den Spendern sind alljährlich auch die Konfirmanden. Die Jahressammlung in diesem Jahr ist für Projekte in Bolivien, Brasilien, die in beiden Fällen der indigenen Bevölkerung zugute kommen.

In diesem Jahr soll eine Studentin aus Estland die Gemeinde besuchen. Die junge Frau studiert Theologie in Heidelberg. "Man staunt immer wieder, wie unterschiedlich das Leben evangelischer Glaubensgemeinschaften in anderen Ländern ist", erklärt von Zeschau. Dennoch ende in jeder Sprache das Vaterunser gleich.

INFO

Lange Tradition

1832 wurde die Gustav-Adolf-Stiftung anlässlich des 200. Todestags des Schwedenkönigs Gustav II. Adolf in Leipzig gegründet. Seit 1843 gibt es das Gustav-Adolf-Werk in Baden. Es ist damit das älteste Hilfswerk der Evangelischen Landeskirche in Baden. Als das Diasporawerk der Evangelischen Kirche in Deutschland fördert die Einrichtung ihre mehr als 40 Partnerkirchen nach eigenen Angaben jedes Jahr mit etwa zwei Millionen Euro, die nur durch Spenden zusammenkommen.