Ettenheimmünster. Hunderte Zuhörer haben in der Wallfahrtskirche St. Landelin die Gelegenheit genutzt, der örtlichen Trachtenkapelle zu lauschen. Vorsitzender Hans-Peter Eckert freute sich schon bei der Begrüßung über das große Interesse am "etwas anderen Kirchenkonzert", dem nun schon Achten seiner Art.

Dirigent Andreas Lang ist stolz auf die Leistung des Nachwuchses

Es präsentierte sich erstmals die Jugendkapelle – sie ist erst im vergangenen Jahr wieder ins Leben gerufen worden. Nach "Enjoy the Music" mit fröhlicher Grundstimmung folgte "Rockin’ Bach". Mit "I will follow him" aus dem Film "Sister Act" begeisterte die Jugend, instrumental von wenigen Erwachsenen ergänzt, nicht minder wie bei "Irish Dreams". Dirigent Andreas Lang zeigte sich zu Recht stolz von den beeindruckenden Leistungen des Nachwuchses.

Nach einer Umbaupause legte Lang dann mit der Erwachsenenkapelle los – noch kirchlich, aber durchaus rockig beginnend mit "Ich bete an die Macht der Liebe" und "Jesus, berühre mich". Bei "Pavane pour Bovine" übernahm Anne Hummel den zarten Solo-Part am Klavier. Bei "Großvaters Uhr" repräsentierten Klarinetten-Solist Bernd Kuhner die Zeit im Ticktack- Lauf und seine Tochter Lisa am Horn die Gegenwart in verschiedenen Variationen.

Marschmäßig munter ging es hingegen beim "Allgäu Land" von Kurt Gäble zu, volkstümlich und mitreißend, wie man es von einer Trachtenkapelle kennt und erwartet. Dann wechselte man unter der Moderation von Ulrike Fischer abermals das Genre und erinnerte mit "Moment for Morricone" an legendäre Italo-Western. Souverän und eindrücklich ließen die Instrumentalisten musikalische Bilder der entsprechenden Monumentalfilme vorbeiziehen, mit wechselndem Einsatz sämtlicher Register, ganz so, wie es Enrico Morricone vorgegeben hatte. Da galoppierten Pferde durch die Prärie und entspann sich höchste Dramatik bei Duellen – ganz klar ein konzertanter Höhepunkt.

Am Ende schlägt die Kapelle einen Bogen in die Weihnachtszeit

Schließlich schlug die Kapelle mit dem "Happy X-mas" von John Lennon einen Bogen in die Vorweihnachtszeit zurück, als Plädoyer für Frieden und Gerechtigkeit, und setzte mit der alten schottischen Ballade „Auld Lang Syne", dort gern zum Jahreswechsel über Abschied und vergangene Zeiten gesungen, noch eins drauf. Mit den geforderten Zugaben "Tochter Zion", "Andachtsjodler" und "Es wird schon glei dumpa" bedankte sich die Kapelle für den begeisterten Applaus.