Rund 100 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft haben sich am Mittwoch beim Ettenheimer Unternehmerforum getroffen. Gastgeber bei der elften Auflage war die Baugalerie in der Gutenbergstraße.

Ettenheim. Gute Voraussetzungen für Wachstum zu bieten sei der Stadt wichtig, betonte Bürgermeister Bruno Metz in seiner Eröffnungsrede. Sei es in Form einer zeitgemäßen Kinderbetreuung, wie sie der Bau des neuen Kindergartens ermögliche, geplanter Baugebiete, des Ausbaus der Infrastruktur oder einer besseren digitalen Kommunikation, wie sie gerade mit dem Backbone-Netz des Ortenaukreises angestrebt werde. Denn nur durch Wachstum sei es möglich, junge Menschen zu halten und ihnen eine Zukunft zu bieten. Ziel des Unternehmerforums sei es, "sich gegenseitig kennenzulernen und dadurch Ansatzpunkte des Zusammenwirkens in Wirtschaft und Politik zu finden".

Wie fruchtbar Zusammenwirken sein kann, zeigte Gastgeber Andreas Valencak, Geschäftsführer des Ettenheimer Fenster- und Türenspezialisten Hewe, seinen Gästen anhand der Baugalerie: "Hier sind 16 Firmen unter einem Dach, die insgesamt einen Jahresumsatz von 26,5 Millionen erwirtschaften und 270 Lohnempfänger beschäftigen." Inhaber der Baugalerie ist die LDV. Die Abkürzung steht für Uwe Lienhard vom Steuerbüro Rapp und Lienhard und den Hewe-Geschäftsführern Klaus Daiber und Andreas Valencak. Geplant hatte das Gebäude Architekt Wolfgang Poll, der ebenfalls in der Baugalerie ansässig ist. Je 740 Quadratmeter im Erd- und Untergeschoss sowie 250 Quadratmeter im Obergeschoss umfasst der 2011 fertiggestellte Komplex, den die Besucher bei einer Führung kennenlernten.

Dort ist etwa die AFT (Aluminiumfenster und -türen) angesiedelt. Sie ist das Produktionsunternehmen für Hewe und Fenster Beck sowie 15 Fremdkunden und nennt das modernste und teuerste Stabbearbeitungszentrum auf dem Markt ihr Eigen. Weiter ging die Führung im Technikraum. Dort versorgen zwei Wasserwärmepumpen mit je 66 Kilowatt die Fußbodenheizung des Hauses. Insgesamt 22 000 Meter Rohr wurden verlegt, um das dafür nötige Wasservolumen von 5500 Litern zu bewältigen. "Die Fotovoltaikanlage des Gebäudes produziert mehr, als verbraucht wird. Insgesamt hat sie eine Jahresleistung von 28 500 Kilowattstunden und 300 Kilowatt-Peak, das bedeutet Strom im Wert von rund 70 000 Euro", erklärte Jürgen Boschert von Stiebel Eltron aus Stuttgart.

Das Sanitär- und Heizungstechnikunternehmen Russo ist seit 2013 in der Baugalerie. Den Entschluss herzuziehen, habe er nie bereut, sagte Inhaber Nicola Russo – im Gegenteil: Kürzlich hat er den Zuschlag für ein zur Baugalerie gehörendes 800 Quadratmeter großes Grundstück bekommen. Dort will er eine Lagerhalle und einen Aufenthaltsraum für seine zehn Mitarbeiter bauen. "Wir arbeiten hier gut zusammen und ich habe viele Kunden in der Gegend", so Russo. Auch Andreas Valencak bestätigt die gute Kooperation: "Die Unternehmen sind unabhängig, aber sie profitieren voneinander. Unsere Kunden sind hauptsächlich Architekten. Sie schätzen es, hier gleich die fachliche Beratung mehrerer Gewerke zu haben."

Doch auch nicht direkt am Bau beteiligte Unternehmen schätzen die Baugalerie. Die Gebäudereinigungsfirma Twenmark etwa hat sich in ihren fünf Jahren dort von der Größe her verdreifacht und beschäftigt mittlerweile 35 Mitarbeiter. Auch Karin Beckendorff-Dierberger fühlt sich mit ihrem Coaching- und Trainingsunternehmen sehr wohl. Sie schätzt die gute In­frastruktur, durch die sie auch weiter entfernte Kunden habe gewinnen können.

Was wünscht sich Valencak noch für die Zukunft? "Wachsen will ich nicht mehr", erklärt er. "Ich habe ein gutes Fundament, das ich so lassen will. Aber ich möchte noch das ein oder andere lohnende Geschäft mitnehmen und meinen Erfolg auch an meine Partner weitergeben."